Wie aus einer Idee ein Unternehmen wurde

Anfang der 1980er-Jahre lernen sich Jean-Marc da Costa und Manfred Wolf während ihres Industriedesign-Studiums an der Hochschule für Gestaltung Offenbach kennen. Beide verbindet der Wunsch, Produkte nicht nur zu entwerfen, sondern ihre Entwicklung selbst zu verantworten – von der ersten Idee bis zur Serienreife.

Aus dieser Zusammenarbeit entsteht 1983 die serien Raumleuchten GmbH.

Was mit wenigen Leuchten beginnt, entwickelt sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem international tätigen Unternehmen.

1980

Zwei Designer

Während ihres Studiums entwickeln Jean-Marc da Costa und Manfred Wolf erste gemeinsame Leuchten. Beide bringen ihre gestalterische Perspektive ein, Manfred Wolf zusätzlich die handwerklichen Möglichkeiten des metallverarbeitenden Familienbetriebs. In der Werkstatt in Rodgau entstehen die ersten Prototypen und Produktideen.

Schon früh geht es dabei um mehr als die Gestaltung einzelner Leuchten. Bereits in den ersten Entwürfen werden Konstruktion, Material und Licht als zusammenhängende Aufgabe verstanden: ein Entwicklungsansatz, der das Unternehmen bis heute prägt.

1983

Ein eigener Weg

Aus gemeinsamen Entwürfen entsteht ein gemeinsames Unternehmen.

Für zwei junge Industriedesigner ist dieser Schritt Anfang der 1980er-Jahre außergewöhnlich: Entwicklung, Produktion und Vertrieb liegen von Beginn an in eigener Verantwortung.

1985

Selbst produzieren

Mit der Unternehmensgründung entsteht die Freiheit, eigene Ideen konsequent umzusetzen. Die ersten Leuchten werden selbst entwickelt, konstruiert, gefertigt und vermarktet – unabhängig von bestehenden Herstellern.

Konstruktion als Ausgangspunkt der Form

Die frühen Entwürfe zeigen bereits, was die Arbeit von serien.lighting bis heute prägt: eine konstruktive Klarheit, in der Aufbau und Funktion nachvollziehbar bleiben.

1985 präsentiert serien.lighting seine erste Kollektion auf der Internationalen Möbelmesse in Köln. Die erste Kollektion findet große Aufmerksamkeit und der Verkaufserfolg bestätigt den eingeschlagenen Weg. Der erfolgreiche Markteintritt legt den Grundstein für die weitere Entwicklung des Unternehmens.

1990

Licht entwickeln

Mit jedem neuen Produkt rückt die Lichtwirkung stärker in den Mittelpunkt der Entwicklung. Form, Materialwahl und Konstruktion entstehen aus der jeweiligen Aufgabe und nicht aus einer wiederkehrenden Formensprache.

So entstehen Leuchten mit sehr unterschiedlichen Charakteren, verbunden durch einen gemeinsamen Entwicklungsansatz: Jede Aufgabe verlangt ihre eigene konstruktive und gestalterische Lösung.

Bauteile werden nicht verkleidet, sondern sichtbar geführt. Materialien werden entsprechend ihrer Eigenschaften eingesetzt. Verbindungen sind Teil der Gestaltung.

Form entsteht in diesem Zusammenhang nicht als unabhängige Setzung, sondern als Ergebnis eines Prozesses, der sich aus Material, Fertigung und Lichttechnik entwickelt.

Zugleich geht die Entwicklung konsequent vom Leuchtmittel aus. Neue Lichttechnologien werden früh aufgegriffen und führen zu eigenständigen Entwürfen, anstatt bestehende Formen lediglich anzupassen.

Mit FLUOR beginnt die Zusammenarbeit mit dem ersten externen Designer Carlos Castellanos. Sie markiert den Auftakt einer bis heute gelebten Zusammenarbeit mit unabhängigen Designerinnen und Designern.

Parallel zur Entwicklung serieller Produkte entstehen ab den 1980er-Jahren projektbezogene Lösungen für spezifische architektonische Anforderungen.

Dazu gehören Beleuchtungskonzepte für sakrale Räume ebenso wie Anwendungen in öffentlichen Gebäuden oder in der Innenarchitektur.

Das Städel Museum Frankfurt - Nazarenersaal

Landeszentralbank Hessen

Baseler Arkaden 

Synagoge Darmstadt

Trauerhalle Parkfriedhof Heiligenstock

Diese Arbeiten greifen bestehende Prinzipien auf und entwickeln sie im jeweiligen Kontext weiter. Sie sind Teil der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit Licht und Raum.

1995

Neue Impulse

Bereits seit Mitte der 1980er-Jahre arbeitet serien.lighting mit externen Designerinnen und Designern zusammen. Mit ihnen kommen neue gestalterische Perspektiven hinzu, bereichern die Entwicklung und erweitern das Sortiment.

Entwürfe entstehen dabei nicht isoliert. Ideen werden gemeinsam weiterentwickelt, konstruktiv hinterfragt und bis ins Detail ausgearbeitet. Gestaltung, Entwicklung und Technik greifen von Beginn an ineinander – aus neuen Impulsen entsteht eine gemeinsame Lösung.

TAKE FIVE
MAGIC
POPPY

Einige Entwürfe gewinnen dabei eine besondere Bedeutung innerhalb des Programms, etwa ZOOM, die das Prinzip des Scherengitters in eine kreisförmige, verstellbare Struktur überführt.

2000

Neue Möglichkeiten

Mit neuen Lichttechnologien verändern sich die Möglichkeiten der Leuchtenentwicklung grundlegend. Kleinere Lichtquellen, präzisere Optiken und neue Materialien eröffnen konstruktive Freiheiten und erweitern den gestalterischen Spielraum.

serien.lighting nutzt diese Entwicklungen, um bestehende Produkte weiterzuentwickeln und neue Lösungen zu schaffen. Technischer Fortschritt folgt dabei keinem Selbstzweck, sondern sondern eröffnet neue Möglichkeiten für Entwurf, Lichttechnik und Material.

ANNEX
APP
LYD

2010

Immer weiter Entwickeln

Viele Leuchten bleiben über Jahre oder Jahrzehnte im Sortiment. Technische Entwicklungen, Erfahrungen aus Projekten und neue Anforderungen führen zu kontinuierlichen Überarbeitungen und Erweiterungen bestehender Produktfamilien.

Neue Varianten entstehen häufig aus konkreten Anforderungen der Praxis. Entwicklung endet deshalb nicht mit der Markteinführung, sondern setzt sich über den gesamten Lebenszyklus einer Leuchte fort.

CURLING Ceiling
CURLING Wall mit Entblendung
CURLING Ceiling aus bruchsicherem Acrylglas

Kühlung, Optik und elektronische Komponenten werden integraler Bestandteil der Gestaltung. Daraus entstehen Lösungen, die sich in Aufbau und Form deutlich von früheren Leuchten unterscheiden.

 

Auch bei der Weiterentwicklung bestehender Entwürfe bleibt dieses Prinzip erhalten: Neue Generationen wie SML² oder REFLEX² greifen die ursprünglichen Ideen auf, werden jedoch unter den veränderten technischen Bedingungen vollständig neu entwickelt.

2024

IN SERIEN

2024 feierte serien.lighting sein 40-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass entstand die Ausstellung 

IN SERIEN. Licht. Form. Material.

im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main.

heute

Vier Jahrzehnte später

Heute werden Leuchten von serien.lighting weltweit in Architektur und Interieurs eingesetzt. Aus einem gemeinsamen Studienprojekt ist ein international tätiges Unternehmen entstanden. In vielem hat sich das Unternehmen verändert – die Art, Leuchten zu entwickeln, ist im Kern geblieben.

Im serien.book wurde die ganze Geschichte erstmals mit einem Werkverzeichnis umfassend dokumentiert –nicht nur die Entwicklung der Leuchten, sondern auch die Menschen, Ideen und Entscheidungen, die das Unternehmen geprägt haben.