Für die Produktion von serien.book – Over four decades of luminaire design from Rodgau, Germany wurden außergewöhnliche Materialien, spezielle Druckverfahren und traditionelle Buchbindetechniken miteinander kombiniert. Vom durchgefärbten schwarzen Papier über den separaten Silberdruck bis zur Fadenheftung und der von Hand ausgeführten Weiterverarbeitung entstand das serien.book in der Druckerei DZA in Altenburg.
production of serien.book @Druckereizualtenburg
Video direction & production: Alex Graeff
Cover photo: @christiandoeller
Sound: Johannes Klingebiel @liveatrobertjohnson
Für das Buch wurden zwei unterschiedliche Papiersorten verwendet, darunter ein durchgefärbtes schwarzes Papier. Im Gegensatz zu oberflächlich gefärbtem Material bleibt die Farbe bis in die Schnittkante erhalten und sorgt für ein durchgehend schwarzes Erscheinungsbild.
Für die großformatigen Klappseiten war das benötigte Bogenformat nicht am Markt erhältlich. Der Papierhersteller fertigte deshalb eine Sondercharge, die speziell für diese Produktion zur Verfügung gestellt wurde.
Die silbernen Gestaltungselemente wurden in einem separaten Druckprozess auf das schwarze Papier aufgedruckt. Dafür wurden die entsprechenden Druckdaten eigens für dieses Verfahren aufbereitet.
Die Trennung von Vierfarbdruck und Silberdruck ermöglicht eine präzise Wiedergabe der metallischen Flächen und sorgt für den charakteristischen Kontrast zwischen Papier und Druckfarbe.
Der Umschlag wurde zuerst mit der silbernene Schriftgestaltung bedruckt und anschliessend im Siebdruck mit Relieflack versehen
Die Innenseiten entstehen im Offsetdruck im Vierfarbverfahren (CMYK). Die Druckfarben werden über einzelne Farbwerke auf den Druckbogen übertragen und während des gesamten Druckprozesses kontinuierlich kontrolliert.
Auf jedem Druckbogen befinden sich 16 Seiten. An der Druckkonsole wird der Farbauftrag laufend mit Referenz-Proofs unter normiertem Tageslicht verglichen und bei Bedarf feinjustiert. Erst wenn Farbe und Details exakt übereinstimmen, wird die gesamte Auflage produziert.
Nach jedem Druckdurchgang ruhen die Druckbogen mehrere Tage, bevor sie weiterverarbeitet werden.
Nach dem Trocknen werden die Druckbogen gefalzt und zu einzelnen Lagen verarbeitet. Jede Lage besteht in der Regel aus 16 Seiten.
Nach dem Falzen werden die einzelnen Druckbogen in die Zusammentragmaschine eingelegt. Dort werden sie über mehrere Stationen vereinzelt und in einen Transportkanal geführt. Eine Transportkette sammelt die Falzbögen nacheinander ein und fügt sie in der richtigen Reihenfolge zu einem vollständigen Buchexemplar zusammen.
Im Schuppenanleger werden die zusammengetragenen Bücher in die Fadenheftmaschine eingelegt. Durch diese Art der Zuführung liegen die einzelnen Inhaltsbogen mit nur geringem Druck im Magazin. So kann jeder Bogen vorsichtig entnommen werden, ohne dass es zu Abrieb der Druckfarbe kommt.
In der Fadenheftmaschine wird jeder einzelne Inhaltsbogen in der Bogenmitte geöffnet. Sauger und Vorfalzöffner bereiten die gefalzten Lagen für den nächsten Arbeitsschritt vor, sodass sie anschließend präzise mit Faden vernäht werden können. Diese Bindetechnik sorgt für eine langlebige Verbindung der einzelnen Lagen und ermöglicht ein gutes Aufschlagverhalten des Buches.
Nach der Fadenheftung liegt der Buchblock als zusammenhängendes Exemplar vor. Im nächsten Arbeitsschritt wird der Buchrücken gepresst, um über die gesamte Länge eine gleichmäßige Rückenbreite zu erzielen. Dies schafft die Grundlage für die weitere Verarbeitung und das spätere Einhängen in die Buchdecke.
Nach der Fadenheftung wird der Buchblock auf der Klebebinderstrecke weiterverarbeitet. Leimwalzen tragen den Klebstoff auf den Buchrücken auf, während Leimscheiben die Seitenflächen beleimen. Anschließend wird ein schwarzes Leinenfälzel aufgebracht und der Rücken angepresst. Dieser Arbeitsschritt verleiht dem Buchblock zusätzliche Stabilität und bereitet ihn für das Einhängen in die Buchdecke vor.
Im Dreischneider erhält der Buchblock seinen dreiseitigen Beschnitt und damit sein endgültiges Format. Die präzisen Schnittkanten schaffen die Voraussetzung für das anschließende Einhängen des Buchblocks in die Buchdecke und verleihen dem Buch seine saubere äußere Form.
Die Buchdecke entsteht in einem separaten Fertigungsschritt. Schwarze Deckelpappen werden mit dem bedruckten Bezug verbunden und bilden die stabile Außenhülle des Buches. Für den serien.book wurde ein durchgefärbter schwarzer Karton verwendet. Durch die gespiegelte Innenseite der Buchdecke – ermöglicht durch den dreiseitigen Glattschnitt – wird die Konstruktion zusätzlich verstärkt und ihre Haltbarkeit erhöht.
Im letzten Schritt der Buchfertigung werden Buchblock und Buchdecke miteinander verbunden. Der fertig vorbereitete Buchblock wird präzise in die Buchdecke eingehängt und dauerhaft verklebt. Erst durch diesen Arbeitsschritt entsteht das fertige Buch.
serien.book wurde bei der DZA Druckerei zu Altenburg produziert. Seit über 430 Jahren entstehen dort hochwertige Kunstbücher und Ausstellungskataloge. Druck, Weiterverarbeitung und Buchbinderei befinden sich an einem Standort – dadurch können sämtliche Arbeitsschritte eng aufeinander abgestimmt und direkt kontrolliert werden. Trotz modernster Technik bleibt die Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheidend. Sie begleiten den gesamten Produktionsprozess, prüfen Druckergebnisse und sorgen mit ihrem handwerklichen Können dafür, dass jedes Detail den hohen Qualitätsansprüchen entspricht.
Im serien.book wurde die ganze Geschichte erstmals mit einem Werkverzeichnis umfassend dokumentiert –nicht nur die Entwicklung der Leuchten, sondern auch die Menschen, Ideen und Entscheidungen, die das Unternehmen geprägt haben.